Über mich

Wie drei profane Erkenntnisse ein Leben verändern

Als Rheinländerin mit Kölsch groß geworden, bewegte sich mein bieriger Horizont lange Zeit eben zwischen Kölsch, Pils und Hefeweizen … bis 2017 drei profane Erkenntnisse alles veränderten …

Bier gibt’s als Fertig – Mischung

Wir schenkten einem guten Freund zum Geburtstag ein Anfänger-Brauset. In dem Set war eine Dose Malzextrakt, das man nur mit heißem Wasser aufgießen und dann im Gäreimer. mit der Hefe vergären lassen musste. Nach zwei Wochen in Flaschen abfüllen, zwei Wochen reifen lassen und schon hatte man ein fertiges Bier. Bis dahin war mir völlig unbekannt, dass man Bier als Fertig-Set wie eine Kuchen-Back-Mischung kaufen und brauen kann.

Bier kann man selber brauen

Während das Bier unseres Freundes noch fröhlich vor sich hin gärte und reifte, fuhren wir zum Campen nach Kroatien. Der Zufall loste uns eine nette Familie als Platznachbarn zu, die auch noch im Nachbarort bei uns zu Hause um die Ecke wohnten. Und siehe da, er war Hobbybrauer! Er braute Bier selbst zu Hause ohne Fertig-Mischung, ohne professionelle Brauerei, einfach mit einem großen Brautopf zu Hause auf der Terrasse! Die Freundschaft hält bis heute an.

Es gibt mehr als Kölsch, Pils und Weizen
Im Stau vor der slowenischen Grenze trafen wir per Zufall gute Freunde, die wir nur selten sehen, da sie 400km weit weg wohnen. Spontan entschieden wir, zusammen am Ossiacher See zu übernachten. Als wir abends gemütlich im Restaurant gegenüber des Campingplatzes  einkehrten, waren wir tatsächlich in einer Craft Bier Bar gelandet.  Unsere Freunde entpuppten sich als Craft Bier Fans. Ich trank meine ersten Ales und war sofort infiziert. Wahnsinn, was für unterschiedliche Geschmäcker aus nur vier Zutaten entstehen können. Für mich stand fest: das muss ich probieren – ich will auch selber Bier brauen!

Die Leidenschaft ist entfacht

Selber Bier machen lautet die Devise

Zuhause angekommen, rührte ich Malzextrakt aus der Fertig – Mischung an, lies es vergären und füllte in Flaschen ab. Das Ergebnis war Bier und es schmeckte ok. Aber für mich war das so befriedigend wie eine Backmischung für einen Bäcker. So wirklich falsch machen konnte man nichts, aber auch nicht wirklich richtig.

Also schaute ich einen Tag meinem Freund, dem Hobbybrauer, beim Brauen über die Schulter. Ich kaufte mir ein Buch über‘s Heimbrauen, einen gebrauchten Einkochtopf, noch ein paar Brau-Utensilien und das Wichtigste: Hopfen, Malz und Hefe. Und los ging‘s, im Bad im Dachgeschoss, bei offenem Fenster. Die Temperatursteuerung war nahezu unmöglich, es ging rauf und runter und beim Hopfenkochen kochte mir alles über. Aber es wurde Bier und es schmeckte besser als nur ok. Ich kaufte mir eine kleine Hobbybrauanlage. Anfangs tastete ich mich langsam über vorgegebene Rezepturen vor, entwickelte dann eigene Rezepte und wurde immer mutiger mit meinen Experimenten.

In der eigenen „Hexenküche“ wird experimentiert

Ich braute meine eigenen Bierspezialitäten, von klassischen über kaltgehopfte Pale Ales, IPAa, von Amber über Brown Ales bis zu Porter oder Stouts, belgische Saisons, Tripel oder Witbiere und ab und zu auch mal untergäriges Schwarzbier oder ein Kellerbier. Aber auch sehr experimentelle Spezialtäten wie Fruchtbiere mit Kirschen oder roten Johannisbeeren und Kräuterbiere mit Basilikum oder Gewürzen wie Sternanis, Nelke, Kardamom waren dabei.

So tauchte ich tief ein in die vielfältigen Möglichkeiten innerhalb und außerhalb des Reinheitsgebotes und entwickelte meine Leidenschaft für die unzähligen Bierspezialitäten mit den unterschiedlichsten Aromen und Geschmäckern. Ich ging auf Festivals, besuchte Messen und begann, viele verschiedene regionale, nationale und internationale Biere zu probieren.

 

Geteilte Freud‘ ist doppelte Freud‘

… und gleiches gilt für die Leidenschaft. In meinem Umfeld wuchs das Interesse an meinen selbst gebrauten Bieren und allem, was dahinter steckt. Also fing ich an, Tastings anzubieten. Mit der Pandemie und den Lockdowns ging die Geselligkeit flöten – aber jede Krise hat bekanntlich auch ihre Chancen und so kamen die Online-Tastings dazu.

Egal ob vor Ort oder digital, diese Events machten nicht nur mir riesigen Spass, sondern kamen auch bei meinen Gästen sehr gut an. Gemeinsam probierten wir uns durch verschiedene Bierstile, teilten unsere Freude an der Vielfalt und pflegten eine gute Bierkultur. Das ist bis heute so geblieben. Die Freude an einer guten Bierkultur ist nach wie vor der Kern meiner Events.

Von der Hobbybrauerein zur Diplom Biersommeliére

Bier und Speisen – was kann schöner sein?

Mit der Ausbildung zur Diplom Biersommeliére bei Doemens habe ich meine bisher rein autodidaktischen Erfahrungen und Kenntnisse in einen professionellen Rahmen gebracht und mein Fachwissen vertieft.

Mein Highlight in der Ausbildung war das Food Pairing, also die Kombination von Bier und Speisen. Die unendlichen Möglichkeiten und damit verbundenen Genusserlebnisse haben mich in ihren Bann gezogen. Diese Leidenschaft und Faszination hält bis heute an und nährt meine Neugier nach immer neuen Überraschungen.